Stilli - Altes Schifferdorf mit Charme

Einwohner: 362 Einwohner.
Erste Erwähnung: Anno 1269 wird Stilli erstmals als Flussabschnitt bezeichnet.
Besonderheiten: Klassizistische Profanbauten, Scheibensprengen, idyllische Lage am untersten Aarelauf.

Seit dem Zusammenschluss auf den 1. Januar 2006 mit der Gemeinde Villigen ist Stilli ein Ortsteil der Gemeinde Villigen. Mit der
Ortsbezeichnung „Stilli – Gemeinde Villigen“ ändert sich nichts an der Postadresse. Für Stilli gilt nach wie vor die Postleitzahl 5233.


Einleitung, Kurzportrait, topographische Beschreibung etc.:

Die Hauptbauten des alten Fischer- und Schifferdorfes folgen dicht dem linken Aareufer. Die Bauernhäuser und die Stallungen liegen in zwei weiteren parallelen Zeilen zwischen Aare und Auenrain. Die einzelnen Bauten sind mit einem Hinweisschild versehen, auf denen Entstehung, ehemalige Besitzer und Funktion umschrieben sind.

Historisches

Vorgängersiedlung der heutigen Gemeinde war Freudenau am gegenüberliegenden Ufer (heute Gemeinde Untersiggenthal). Freudenau bestand aus einer Hofgruppe mit Brücke, Burg, Mühle und Gasthaus und erstreckte sich vom Gebiet Roost (Limmatmündung) bis zur Burg gegenüber Stilli. Um 1410 zerstörten die Zürcher Freudenau. Die Überreste wurden zwischen 1970 und 1982 freigelegt und konserviert. Die Herren auf Schenkenberg (bei Thalheim) verlegten 1446 die Fähre von Lauffohr nach Stilli und gründeten die Siedlung. Die Lage unterhalb des Zusammenflusses von Aare, Reuss und Limmat (Wasserschloss) war für den Durchgangsverkehr besonders günstig, konnte man doch hier alle drei Flüsse auf einmal überqueren und musste somit auch nur einmal Zoll bezahlen. Nach dem Bau der Aarebrücke 1903 verlor Stilli seine wirtschaftliche Grundlage und Bedeutung. An die besondere Vergangenheit erinnert nur noch wenig. Die letzten Fischer, die ihre Garne zogen oder Reusen leerten, sind längst gestorben. Anziehungspunkte bilden noch die Wirtschaften, die mit ihren Fischspezialitäten eine alte Tradition weiterführen. Und geblieben ist natürlich die idyllische Lage des Dorfes.

Das Scheibensprengen, das jeweils am Sonntag nach Aschermittwoch stattfindet, ist ein alter Brauch, der an die einstigen Flussgewerbe erinnert. Eine Holzscheibe von ca. 10 cm Durchmesser wird an eine Rute gesteckt und mit Schwung über ein Brett abgerollt; sie sollte auf der gegenüberliegenden, 150 m entfernten Uferseite landen. Abends werden die Scheiben am Feuer angeglüht, was ein lustiges Lichtspektakel ergibt.

Anglerpatent: Eine Eigentümlichkeit Stillis ist das Fischereirecht, welches im Besitze zweier alter einheimischer Familien ist. Die staatlichen Karten haben an diesem Flussabschnitt keine Gültigkeit! Tages- oder Saisonkarten sind bei den Familien Lehner und Baumann erhältlich.

 
Buch

Falls Sie noch mehr Details über die Ortsgeschichte von Stilli erfahren wollen, können wir Ihnen folgendes Buch empfehlen:

Ortsgeschichte von Stilli
Von Fährleuten, Schiffern und Fischern im Aargau
von Max Baumann
ISBN 3-905312-14-X, zweite Auflage von 1996

Das Buch kann bei der Gemeindekanzlei in Villigen zum Preis von Fr. 25.00 bezogen werden.
 

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